LK-Vizepräsident Roman Linder: „Es ist ein Wahnsinn, dass beste Kärntner Milch weggeschüttet werden muss, während Billigimporte unsere Regale füllen.“
Linder fordert Hausverstand statt Bürokratie: Vernichtung einwandfreier Kärntner Milch ist untragbar
Mit großer Bestürzung reagiert LK-Vizepräsident Roman Linder auf den in der Kleinen Zeitung vom 3. Juli 2026 geschilderten Fall eines Milchbauern aus Ferndorf, dessen einwandfreie Milch seit 1. Juli von der Molkerei nicht mehr übernommen wird.
„Es ist ein Wahnsinn, dass hochwertige Kärntner Milch vernichtet werden muss, obwohl am Betrieb alles sauber ist, die Tiere gesund sind und die Milch höchsten hygienischen Standards entspricht. Hier wird ein wertvolles österreichisches Lebensmittel entsorgt, weil formale AMA-Kriterien nicht erfüllt werden. Das ist niemandem zu erklären“, so Linder.
Besonders unverständlich sei, dass gleichzeitig immer mehr günstige Importprodukte in den Handel gelangen. „Während heimische Bauern beste Milch wegschütten müssen, greifen Handelsketten verstärkt zu Billigimporten. Das ist ein Schlag ins Gesicht unserer bäuerlichen Familienbetriebe, die hochwertige regionale Lebensmittel erzeugen.“
Der Fall zeige, wohin die Entwicklung führe: „Die Auflagen werden immer strenger, die Bürokratie nimmt ständig zu und am Ende bleiben die kleinstrukturierten Betriebe auf der Strecke. Gerade sie sichern unsere regionale Lebensmittelversorgung.“
Tierwohl und hohe Qualitätsstandards seien selbstverständlich wichtig. „Aber wenn einwandfreie Milch vernichtet wird, statt sie zu verarbeiten, läuft etwas grundlegend falsch. Lebensmittelverschwendung darf nicht das Ergebnis überzogener Bürokratie sein.“
Linder fordert daher eine rasche Überprüfung der Vorgaben sowie praktikable Übergangsregelungen für kleinere Betriebe. „Es braucht Lösungen mit Hausverstand statt weiterer Schikanen. Unsere Bauern wollen Lebensmittel produzieren und dürfen nicht durch immer neue Vorschriften in ihrer Existenz gefährdet werden.“
„Wer zulässt, dass beste Kärntner Milch im Kanal landet, während Billigimporte unsere Regale füllen, hat den Bezug zur Realität verloren. So wird die kleinstrukturierte Landwirtschaft Schritt für Schritt zerstört“, stellt Linder abschließend klar.